Weihnachten in den Alpen - Brauchtum & Tradition im Pinzgau

17. Dezember 2019

Von Rauhnächten, Anklöcklern und Bachlkoch

Weihnachten in den Bergen liegt ein ganz besonderer Zauber inne. Die Landschaft ist tief verschneit, in den Wäldern herrschte eine magische Ruhe und die Ortschaften werden samt ihren Häusern liebevoll geschmückt.

Weihnachten wie früher – den Ellmauhof durchzieht der Duft nach warmen Vanillekipferl, frischen Tannenzweigen und einem Hauch voll Zimt während Oma Maria von alten Traditionen, überlieferten Bräuchen und leckeren Weihnachtsspeisen aus den Familien-Rezept-Büchern spricht.

„A stade Zeit“* ist der Advent seit jeher. Früher, als das Glemmtal noch mehr von bäuerlicher Bescheidenheit geprägt war und der Tourismus erst langsam einzog, noch spürbarer als heute. Oma Maria erlebte die unterschiedlichen Traditionen schon als Kind. Heute liegt es ihr am Herzen, die Bräuche lebendig zu halten und an die folgenden Generationen weiterzugeben.

Weihnachtsbräuche im Pinzgau – die Anklöckler

Im Advent ziehen in vielen Orten Anklöckler von Haus zu Haus. Den Ursprung hat die Bezeichnung im „Klöckln“ – ein altes Wort für „Klopfen“. Josef, Maria und die Hirten bitten um Einlass, tragen Gedichte vor und singen traditionelle Lieder. Die Anklöckler wünschen Glück und Segen und ziehen anschließend weiter.

Ein traditionelles Lied, welches gerne gesungen wird, ist „Es wird scho glei dumpa“. Die erste Strophe:

  1. Es wird scho glei dumpa, es wird scho glei Nacht,
    drum kimm i zu dir her, mei Heiland auf d’Wacht.
    Will singen a Liadl dem Liebling, dem kloan,
    du magst ja net schlafn, i hör di nur woan.
    Hei hei, hei hei! Schlaf Süaß, herzliabs Kind!

Früher war dieser Brauch für viele Knechte überlebensnotwendig – die Gaben, die sie erhielten, sorgen dafür, gut über den kargen Winter zu kommen.

Heutzutage sind es oft auch Kinder, die an die Türen klopfen und mit Liedern und Gedichten erfreuen.

 

Speisen zur Weihnachtszeit – das Bachlkoch

Das Rezept stammt aus einer Zeit, in der die Menschen in den alpinen Regionen nur das hatten, was unter den kargen Bedingungen erwirtschaftet werden konnte. Das Bachlkoch wurde traditionellerweise am 24. Dezember zu Mittag serviert – die ganze Familie versammelte sich um die süße Speise.

Oma Maria kocht das Bachlkoch nach altem Familienrezept:

Man nimmt einen Liter Milch, fügt eine Prise Salz hinzu und erhitzt sie, bis sie kocht.

80 g Mehl durch ein Sieb einstreuen und gut mit dem Schneebesen einrühren – bis eine dicke Masse entsteht.

Kurz aufkochen lassen und vom Herd nehmen.

4 EL Honig in etwas geschmolzene Butter einrühren und über das Koch gießen.

Früher wurde das Bachlkoch auf dem Holzherd gemacht. Eine große Pfanne wurde auf den Tisch gestellt und alle langten kräftig zu.

Heute freuen sich alle, wenn Oma Maria die ganze Familie zum Bachlkoch lädt. Auch den kleinen Urenkeln schmeckt die besondere Süßspeise – und so ist die traditionelle Speise auch jetzt noch ein fester Bestandteil der Weihnachtsfeiertage.

„Rachn geh“ – Die weihnachtlichen Raunächte

Wie viele Raunächte es gibt, ist von Region zu Region unterschiedlich. Insgesamt zählt man 12 Raunächte, im Pinzgau wird in folgenden Nächten geräuchert:

21.12. – Thomasnacht

24.12. – Christnacht

31.12. – Silvesternacht

05.12. – Dreikönigsnacht

Die Räucherpfannen werden mit Glut aus dem Ofen gefüllt, Harze und Kräuter sorgen für den reinigenden Rauch. Haus und Hof sollen von Fremdenergien gereinigt werden, man lädt Glück und Segen für Gebäude, Bewohner und Tiere ein.

 Früher nutzte man die Raunächte auch zum Orakeln – jede Nacht stand für ein Monat im nächsten Jahr.

Auch heute noch ist der Brauch des Räucherns weit verbreitet. Oma Maria liebt es, mit dem duftenden Räuchergut für gute Energien zu sorgen.

Früher wurden während dem Jahr Harze und Kräuter gesammelt, gut getrocknet und in den Raunächten verbrannt.

Heutzutage gibt es unterschiedliches Räucherwerk ganz einfach zu kaufen – duftende Mischungen und edle Bestandteile sorgen auf Räucherstövchen und Räucherkohle für gelebte Tradition.

Wir wünschen Ihnen von Herzen ein wunderschönes Weihnachtsfest – genießen Sie die Zeit mit Ihren Liebsten & lassen Sie es sich gutgehen!

*Eine stille Zeit

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Winter
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